Tanz in MV – Tanzland Mecklenburg-Vorpommern

‚Tanz in unsicheren Zeiten – Resilienz, Empowerment und Gemeinsamkeit‘ – Vernetzungstreffen der Tanzszene MVs am 5./6. September 2026 in Stralsund

Tanz in unsicheren Zeiten – Resilienz, Empowerment und Gemeinsamkeit – das Motto des Vernetzungstreffens 2026 der Tanzszene Mecklenburg-Vorpommerns hatte sich in vielen bilateralen Vorgesprächen herausgebildet. Die 20 Teilnehmer:innen kamen aus allen Landesteilen MVs – als solo-selbstständige Tanzschaffende oder festangestellte Ensemblemitglieder. In den Austauschrunden wurde die Untrennbarkeit von künstlerischer Praxis, Selbst-Identifikation und politisch-gesellschaftlicher Situation deutlich. Die Fragen, was künstlerische Arbeit derzeit bedeutet und wie sie gesellschaftlich wirksam werden kann, sind heute stärker denn je mit der Gefährdung demokratischer Strukturen verbunden.

Alexander Weiß, Prof. für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Rostock analysierte in seinem Impulsvortrag die Polykrisen der Gegenwart, den globalen Entdemokratisierungstrend und neue Phänomene wie eine übersteigerte Selbstwirksamkeitserwartung. Den Tanz befragte er mit Butler, Adorno und Luhmann und maß ihm, neben der politischen Bedeutung, vor allem politische Erfahrung bei – Anregungen, auf die die Tanzschaffenden mit zahlreichen Gedanken und Ideen reagierten.

Die Kuratorin Susanne Burmester gab konkrete Einblicke in ihre jüngste Arbeit als Mediatorin bei den NEUEN AUFTRAGGEBERN und ergänzte auf diese Weise die theoretischen Überlegungen zum Tanz als Mittel, „demokratische Verbundenheit zu üben, ohne Einigkeit vorauszusetzen“ (A. Weiß), ebenso wie die Künstlerin Astrid Brünner, die Einblicke in ihre interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen gab.
Die Mischung aus fundierter theoretischer Analyse der gesellschaftlich-politischen Gegenwart und einer genauen Beschreibung künstlerischer und vermittelnder Praxis erwies sich für die Teilnehmer:innen als äußerst inspirierend.

Das Vernetzungstreffen ‚Tanz in unsicheren Zeiten – Resilienz, Empowerment und Gemeinsamkeit‘ wurde unterstützt durch Kultur Land MV aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Kultur-Land-MV
Ministeriums für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Kulturpolitische Stärkung des Tanzes in Mecklenburg-Vorpommern

Eine der zentralen Aufgaben der Fachstelle Tanz ist die kulturpolitische Stärkung des Tanzes und der Tanzvermittlung in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Tanzlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns umfasst mit den Ballettkompanien am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin sowie am Theater Vorpommern (Stralsund/Greifswald/Putbus), dem Tanztheater am Volkstheater Rostock sowie der Deutschen Tanzkompanie (Neustrelitz/Neubrandenburg) vier institutionelle Ensembles.  Darüber hinaus arbeiten zahlreiche freie Initiativen im Bereich des künstlerischen Bühnentanzes, des traditionellen Tanzes, der Tanzvermittlung und -pädagogik – u.a. in Stralsund, Rostock, Greifswald, Putbus, Schwerin, Wismar, Demmin, Neustrelitz, Neubrandenburg und Ribnitz-Damgarten.

Residenzorte für Tanzschaffende befinden sich mit Schloss Bröllin in Fahrenwalde (Vorpommern) und Schloss Mentin in Ruhner Berge (Mecklenburg).

Durch ihre Unterschiedlichkeit bereichern die verschiedenen Akteur:innen und Orte das gesamte Bundesland nicht nur künstlerisch, sondern auch gesellschaftlich – denn: Tanz und Choreografie sind über das reine l’art pour l’art hinausgehende und -weisende Kunstformen, die stets im Austausch mit der Gesellschaft stehen. Ob individuelle, zwischenmenschliche, soziale, gesellschaftliche, ideologische und politische Verhältnisse – im Tanz können sie sich ganz unmittelbar zeigen.

In Form des gemeinsamen Erlebens oder Wahrnehmens kann Tanz Gemeinschaft stiften und eine kulturelle Identität für verschiedene Individuen bilden. Zugleich stellen Tänzer:innen und Choreograf:innen mit ihrer Arbeit kritische Fragen an (konventionelle) Körperkonzepte und Menschenbilder und entwickeln neue Perspektiven auf und für die Gesellschaft und ihr Zusammenleben. Kunst darf sich nicht in eine konkret definierte gesellschaftliche Pflicht nehmen lassen, aber sie hat einen gesellschaftlichen Wert.

Tanz in Mecklenburg-Vorpommern fördern bedeutet sowohl einen künstlerischen als auch gesellschaftlichen Gewinn!

Um die Vielfalt der Tanzszene Mecklenburg-Vorpommerns besser darstellen zu können, arbeitet die Fachstelle Tanz an einer kontinuierlichen Aktualisierung des Adressverzeichnis aller Tanzschaffenden, -institutionen, -organisationen und -ensembles.

Bitte unter info@fachstelle-tanz-mv.de melden, um darin aufgeführt zu werden.