AKTUELL
TANZTIPPS DES MONATS
5. September, Stralsund: Aktionstagg AUF DIE PLÄTZE
Am 5. September wird Stralsund zum Zentrum des großen Aktionstages AUF DIE PLÄTZE. Er beginnt um 10:00 Uhr mit dem vielfältigen Jugendkunstschultag, bei dem u.a. die interaktive Tanzproduktion KLEINE WELTEN für Kinder von drei bis sechs Jahren von MV TANZT AN gezeigt wird. Um 14:00 Uhr geht es weiter mit dem Markt der Viiiiiiiielen auf der Hansa-Wiese, veranstaltet von Perform[d]ance e.V. unter Beteiligung von zahlreichen Initiativen, Vereinen, Kulturakteur:innen sowie Bürger:innen und moderiert von Musiker, Autor und Regisseur Schorsch Kamerun. Um 16:00 Uhr zeigen Omnivolant das atemberaubende und hochpolitische Luftartisten-Solo Angst verdirbt den Charakter im Hof des Johannisklosters. Tänzer:innen aus allen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns und darüber hinaus sind an diesem langen, vielstimmigen und überraschenden Tag des solidarischen Miteinanders rund um die Uhr dabei.
Am 6. September präsentiert der Choreograf Nitsan Margaliot auf Schloss Bröllin die Arbeitsergebnisse seines Residenzaufenthaltes. Sein Stück WUNDERWELT nimmt Kinder von drei bis sieben Jahren mit auf eine fantasievolle Reise zwischen Mensch und Maschine, lädt zum Staunen, Mitdenken und Fantasieren ein und feiert unsere Fähigkeit, uns neue Welten vorzustellen und gemeinsam zu erfinden.
SAVE THE DATE
Die digitalen COFFEETALKS des Netzwerks »tanz weit draußen« gehen im Herbst 2026 weiter!
Wie kommen wir zusammen? Als Tanzschaffende, Künstler*innen, Dorfbewohner*innen, Ehrenamtliche, als Alt-Eingesessene, Neu-Zugezogene oder Rückkehrer*innen in ländlichen Räumen? Wie organisieren wir uns zwischen zeitlich begrenzten (Tanz)Projekten und dem Aufbau nachhaltiger Strukturen, die vor allem eines im Blick haben: Begegnung und Freude am gemeinsamen Gestalten? Diesen und weiteren Fragen widmen sich Kattrin Deufert und Bianca Kruppa, die beide mit ihrer künstlerischen Praxis fest im ländlichen Raum verankert sind – Kattrin in Schwelm (NRW) und Bianca in Diebis bei Amberg (Bayern).
Im ersten Coffeetalk am 24. September 2026 berichten sie von den Schnittstellen ihrer Arbeit und setzen diese in Beziehung zu den jeweils lokalen Bedingungen und Herausforderungen. Besonderes Augenmerk legen sie auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre seit ihrer Begegnung beim Symposium von tanz weit draußen in Cottbus. Ausgehend von ihren unterschiedlichen Kontexten sprechen sie darüber, wie Vernetzung über Bundesländer hinweg gegenseitige Entwicklung stärken und neue Perspektiven für künstlerisches Arbeiten im ländlichen Raum eröffnen kann.
Im zweiten Coffeetalk am 22. Oktober 2026 richten Kattrin und Bianca den Blick auf ihre Rolle als Mediatorinnen im Programm „Tanz & Performance im Bürgerauftrag“ der Gesellschaft der Neuen Auftraggeber. Sie geben Einblicke in die Zusammenarbeit mit ihren lokalen Auftraggeber*innengruppen und den Künstler*innen und zeigen, wie durch das Zusammenspiel verschiedener Rollen, Perspektiven und Expertisen ein Kunstwerk entsteht, das vor allem die Erfahrungen und Anliegen der vor Ort lebenden Menschen im Blick behält.
Tanz und Performance im Bürgerauftrag ist ein Programm der Gesellschaft der Neuen Auftraggeber. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Die Coffeetalks können auch einzeln besucht werden.
Anmeldung Coffeetalk am 24. September 2026: https://forms.gle/BqFoAmd5cyAhVrsTA
Anmeldung Coffeetalk am 22. Oktober 2026: https://forms.gle/LZnX9jyqiavRnhxKA
FORTBILDUNG / STUDIUM / RESIDENZEN
Residenzprgramm 2027 Schloss Bröllin
Die Ausschreibung für das Residenzprogramm 2027 auf Schloss Bröllin ist online! Bewerben können sich Künstler:innengruppen aus den Performing Arts für einen bis zu zweiwöchigen Residenzaufenthalt.
Bewerbungsschluss ist der 1. Oktober 2026
LAG Tanz M-V, Rostock: Fortbildung Tanzleiter:in geht in 3. Runde – ab 10. Oktober 2026
Im Herbst 2026 startet der nächste Durchgang der Fortbildung zur Tanzleiter:in für Tanzkultur (Stufe 1/ Gesamtkonzept Tanzpädagogik DBT e. V.) der LAG Tanz M-V in Rostock. Das Weiterbildungsformat richtet sich an alle, die Tanz nicht nur selbst erleben, sondern auch beruflich in ihre Arbeit einbinden möchten. Ziel ist es, an 10 Wochenenden vielfältige Zugänge zum Phänomen Tanz zu eröffnen sowie einen fundierten Überblick über die Ausdrucksformen des Tanzes und praxisnahe Wege, Tanz in der eigenen Arbeit einzusetzen, zu vermitteln.
Dauer: 10 Wochenenden ab 10. Oktober 2026
Rückfragen bitte per E-Mail an fortbildung@lag-tanz-mv.de
Der zweijährige Masterstudiengang Choreographie (maC) bietet Studierenden den Raum zur Entwicklung und Vertiefung der eigenen künstlerischen Praxis.
Der Studiengang versteht Fragen nach Teilhabe, Zusammenarbeit und gesellschaftlicher Verantwortung als zentral für zeitgenössische Choreographie und fördert einen aktiven Dialog über sozialpolitische Themen mit den Mitteln der Choreographie. In der Auseinandersetzung mit den Visionen, Arbeiten und Arbeitsweisen anderer Künstler*innen befragen die Studierenden eigene choreographische Strategien und das eigene Verständnis von Choreographie. Sie reflektieren ihre Praxis, entwickeln ihren künstlerischen Standpunkt weiter und lernen, ihren ästhetischen Ansatz zu vermitteln.
Die Studierenden erarbeiten regelmäßig Projekte in Kooperation mit klangzeitort, dem Institut für Neue Musik Berlin, der Biennale Land(schafft)Kunst in Neuwerder, den Potsdamer Tanztagen und verschiedenen Tanzausbildungen.
Bewerbungsphase 1. bis 30. September 2026, Studienbeginn Oktober 2027
Alle Informationen zur Zulassung sowie die Bewerbungsanträge findet ihr HIER.
FÖRDERAUSSCHREIBUNGEN
BFDK: tanz + theater machen stark
„tanz + theater machen stark“ initiiert lokale Bündnisse, bestehend aus mindestens drei Partner:innen, die sich mit theaterpädagogischen Projekten an benachteiligte Kinder und Jugendliche richten. Bewerben können sich darstellende Künstler:innen und deren Kooperationspartner:innen.
Bewerbungsfristen: 15.10.2026
Stiftung TANZ: Stipendien
Die Stiftung TANZ vergibt Stipendien an Tanzkünstler:innen im Übergang in einen neuen Beruf nach der aktiven Tanzkarriere. Es kann ein Antrag auf eine einmalige Förderung für z. B.: Kurs- oder Studiengebühren, Fahrtkosten oder Kinderbetreuung während einer Ausbildung gestellt werden.
Bewerbungsfrist: 30.10.2026
Goethe-Institut: Rechercheaufenthalt im Ausland für Künstler:innen aus den Bereichen Tanz und Theater
Das Goethe-Institut fördert Recherchereisen für international ausgerichtete Projekte und Kontaktaufnahmen im Ausland.
Wer wird gefördert? In Deutschland tätige Künstler*innen aus dem Bereich Tanz und Theater, die international ausgerichtete Projekte planen. Die Förderung richtet sich ausschließlich an Einzelkünstler*innen bzw.an einzelne Vertreter*innen eines Ensembles/Kollektivs.
Was wird gefördert? Rechercheaufenthalte im Ausland fördert das Goethe-Institut mit Reisekosten und/oder einer Aufwandsentschädigung von 500 Euro pro Woche. Eine Förderung von maximal zwei Wochen Aufenthaltsdauer ist möglich.
Von der Förderung ausgeschlossen sind Studienaufenthalte, Reisen mit touristischem Charakter, Gastspielreisen, der Besuch von Festivals, Fortbildungen, kommerziellen Fortbildungsseminaren, sowie die Durchführung von Kursen, Fortbildungen etc. Personen, die von einem Residenzhaus/Veranstalter eingeladen sind, werden in der Regel von der Förderung Rechercheaufenthalt ausgeschlossen.
Der Antrag muss mindestens zwölf Wochen vor Reisebeginn eingegangen sein.
Zusammen für Demokratie: Unterstützung von demokratischem Engagement
Zusammen für Demokratie ist ein bundesweites Bündnis, in dem die Mitglieder ihre Aktivitäten zur Verteidigung der Demokratie koordinieren und Menschen unterstützen, die unter teilweise schwierigen Bedingungen überall im Land für demokratische Werte einstehen. Für Initiativen, die lokal aktiv sind, bieten das Bündnis finanzielle wie ideelle Unterstützung. Für Veranstaltungen und Kundgebungen kann z. B. Miete für Bühnen, Lautsprecher, Stände und Veranstaltungstechnik übernommen werden. Es werden auch Beratungen, Aktionsideen, Anleitungen und Druckvorlagen für Flyer usw. geteilt.
Bewerbungsfrist: laufend
#zusammenhaltinvielfalt
Am 21. Mai, dem Tag der kulturellen Vielfalt, wurde erstmals der bundesweite Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt der Initiative kulturelle Integration (IKI) begangen. Ziel des Aktionstags war es, sichtbar zu machen, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt in einer vielfältigen Demokratie gelingt – und welche zentrale Rolle Kultur dabei spielt. Die Fachstelle Tanz MV schließt sich an und zitiert in diesem Zusammenhang die sechste These der Initiative kulturelle Integration:
Die Kunst ist frei.
Die Künste ermöglichen die Auseinandersetzung mit persönlichen, philosophischen, gesellschaftlichen und politischen Grundfragen. Sie weisen über das unmittelbare Erleben hinaus, eröffnen neue Sinnhorizonte und Erfahrungsräume. In der Fähigkeit, Kunst zu schaffen und zu interpretieren, überschreitet der Mensch, wie die UNESCO formuliert, seine eigene Begrenztheit. Die im Grundgesetz verankerte Kunstfreiheit sichert die Entfaltung der Künste. Die Kunstfreiheit auszuhalten, ist für die freiheitliche Gesellschaft unverzichtbar. Kunst kann verstörend sein. Kunstwerke können Missfallen auslösen. Sie müssen immer wieder neu befragt und interpretiert werden sowie sich der kritischen Debatte stellen. Die Kunstfreiheit darf aber nicht als Deckmantel für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit benutzt werden. Verantwortliche in Kultureinrichtungen und von Kulturveranstaltungen stehen auch in einer kulturpolitischen Verantwortung.
LEBENDIGE DEMOKRATIE
Die Fachstelle Tanz MV schließt sich der Selbstverpflichtung der AG Kultur Rostock an. Wir teilen den Aufruf der Kolleg:innen für offene Räume, die künstlerische Freiheit und kulturelle Vielfalt garantieren, den Einsatz für ein Staatsziel Kultur sowie ein engagiertes und solidarisches Eintreten für Menschenwürde, Grundrechte und Vielfalt. Wir zitieren im Folgenden aus der Selbstverpflichtung, die ihr HIER vollständig lesen und selbst unterzeichnen könnt.
„Wir stehen an der Seite aller – ob Kunstschaffende, Partner:innen aus der Zivilgesellschaft oder einfach interessierte Bürger:innen –, die mit uns eine lebendige und widerstandsfähige Demokratie gestalten wollen. In einer Gesellschaft, die ein lebendiges Geflecht verschiedenster Blickwinkel ist, muss Demokratie täglich neu verhandelt werden. Unser Auftrag heißt nicht Neutralität, sondern bedeutet ein engagiertes Eintreten für Menschenwürde, Grundrechte und Vielfalt. (…) Wir sind solidarisch mit allen Initiativen, die unsere Werte einer offenen, demokratischen Gesellschaft teilen. Gemeinsam setzen wir uns für ein Miteinander ein, das alle einschließt und die demokratischen Grundwerte lebendig hält.“
Außerdem ist die Fachstelle Tanz MV Teil der Kampagne SHIELD AND SHINE und damit eine der VIELEN! NIE WIEDER dürfen Theater, Opern und Orchester, Museen, Literatur- und Kulturhäuser, Kinos und Medien ihre Arbeit in den Dienst von Anti-Demokrat:innen und Faschist:innen stellen. Es ist an der Zeit, uns gegen Menschenverachtung und die Zerstörung unserer demokratischen Kultur zu stellen – gerade jetzt werden wir uns gegen jede Form des Antisemitismus und des Rassismus einsetzen, wollen Menschenwürde, demokratische Werte sowie Veränderung leben und stärken.
WELTTANZTAG 2026
Jährlich wird der Welttanzttag am 29. April gefeiert – als Zeichen, dass Bewegung kreative Gemeinsamkeit und tiefe Humanität auszudrücken vermag und die energetisierende, verbindende, heilende Kraft des Tanzes jeden Tag erlebt werden kann. Zum diesjährigen Welttanztag sendet Crystal Pite, zeitgenössische Choreografin aus Kanada, folgende Botschaft:
„Humans move – our arms reach out, our knees collapse, our heads nod, our chests cave in, our backs arch, we jump, we shrug, we clench our fists, we pick each other up and push each other away. This is language as much as it is action. This is what the body has to say about need, defeat, courage, despair, desire, joy, ambivalence, frustration, love. These images flash with meaning in the mind because we have felt these things so purely in the body – we have been moved. We are dancers, all of us. Life moves us; life dances us. Ephemeral as breath, concrete as bone, a dance is made of us. We sculpt space. We write with our bodies in a wordless language that is deeply understood. We grace the space within and around us when we dance. Like life, a dance creates and destroys itself in every moment. Like love, it is beyond reason.“
»tanz weit draußen« – das Netzwerk für Tanz in ländlichen Räumen
Mit dem Auslaufen des Förderprogramms Verbindungen fördern des Bundesverbands Freie Darstellende Künste schließt das bundesweite Netzwerk »tanz weit draußen« eine intensive Arbeitsphase ab. Der kürzlich veröffentlichte Zukunftsbericht zeigt das Netzwerk als Modell für kulturelle Praxis in ländlichen Räumen: anschaulich, reich bebildert und mit vier Artikeln zu Wirkung, Teilhabe und gesellschaftlichem Zusammenhalt durch Tanz in ländlichen Räumen.
2026 wird es ein reduziertes Veranstaltungsprogramm geben: Weiterhin werden digitale Begegnungsformate wie die Coffee Talks angeboten. Andere Formate pausieren vorerst und sollen perspektivisch wieder aufgenommen werden. Der Linktree hält alle wichtigen Infos und den Zukunftsbericht bereit.
Für Einladungen zu allen »tanz weit draußen«-Formaten schreibt gerne ein kurze Mail an tanzweitdraussen@aktiontanz.de.
LESETIPPS für TANZ in MV
Wer Lust hat, in die Tanzszene Mecklenburg-Vorpommerns einzutauchen, wird hier fündig: In der reich bebilderten Scrollytelling-Reportage Tanz im Herzen der Peripherie machen sich die Autorin Elisabeth Nehring und der Fotograf Peter van Heesen auf die Suche nach den Schön- und Eigentümlichkeiten des Vorpommernschen Tanzes – am Beispiel der Organisation Perform[d]ance, die Stralsund seit 20 Jahren in Bewegung versetzt. Lest rein! Die 3,25 Euro, die der Artikel kostet, gehen an die Übersetzerin und ihr unterstützt den unabhängigen Tanzjournalismus, zu dem das Onlinemagazin tanz.dance einen tollen Beitrag leistet.